Wasserchinesisch

Fachbegriffe aus der Wasserwirtschaft karikaturistisch erklärt.

Belebungsbecken

Fachleute verstehen darunter einen der wichtigsten Bestandteile von Kläranlagen. Im Belebungsbecken werden die Bakterien kultiviert, die das Schmutzwasser aktiv reinigen.

Brunnenstube

So bezeichnet man die Einfassung einer Quelle zur Gewinnung von Trinkwasser und bei den in unserer Region üblichen Bohrungen das Abschlussbauwerk über dem Brunnen. Die Brunnenstube ist ein frostfreier Raum, der als Zugang zum Brunnen und zur Installation der Rohrleitungsamaturendient.

Einwohnergleichwert

Der Einwohnergleichwert (EGW) ist ein Vergleichswert von gewerblichem oder industriellem Abwasser mit häuslichem Abwasser hinsichtlich des täglichen Anfalles von Abwasser oder Abwasserinhaltsstoffen.

Faulturm

In Faultürmen wird der Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung anfällt, biologisch abgebaut. Bei diesen anaeroben Verfahren (auch als Faulung bezeichnet) wird der Faulschlamm durch Bakterien ohne Zufuhr von Sauerstoff zersetzt.

Fremdwasser

Die "Abwassernorm" DIN 4045 definiert Fremdwasser als durch Undichtigkeit in die Kanalisation eindringendes Grundwasser, unerlaubt über Fehlanschlüsse eingeleitetes Wasser sowie bei einem Schmutzwasserkanal durch z. B. Abdeckungen von Kanalschächten zufließendes Oberflächenwasser. Auch durch die Kanalisation abgeleitetes Bach- oder Drainagewasser wird zum Fremdwasser gezählt. Da das Fremdwasser die Kapazität der Abwasserkanäle und Kläranlagen verbraucht, wird versucht, seinen Anteil am Mischwasser zu minimieren.

Hebebrunnen

Je nach Bestimmung unterscheidet man Haus- und Wasserwerksbrunnen, hinzu kommen Marktbrunnen. Letztere spenden meist ständig Wasser, man spricht von Laufbrunnen. Anders dagegen Hebebrunnen: Hier muss das Wasser aus dem Brunnenschacht erst einmal gehoben werden, ehe man sich laben kann. Weil historisch hierfür meist ein Eimer an einem Seil über eine Haspel lief, ist die Bezeichnung Ziehbrunnen verbreitet. Hebebrunnen gehören jedoch auch oft zu Wasserwerken, dort geschieht die Förderung jedoch mit Hilfe von Pumpen.

Leckage

Als Leckagen oder auch Tropfverluste bezeichnet der Fachmann undichte Stellen im Leitungs- bzw. Kanalnetz, aus denen das Wasser in kleinen Mengen austritt. Diese Schadstellen sind sehr schwer zu orten und können auf Dauer zu hohen Trinkwasserverlusten bzw. beim Abwasser zu Umweltverunreinigungen führen.

Niederschlagswasser

Wasserwirtschaftlich ist Niederschlagswasser von doppelter Bedeutung: Einerseits dient es im Wasserkreislauf der Erneuerung der Reservoirs für die Trinkwassergewinnung aus Oberflächen- und Grundwasser, andererseits können sie insbesondere bei heftigem Regen und Mischwasserkanalisation die Kläranlagen stark belasten. Die bewusste Einleitung von Niederschlagswasser in die Schmutzwasserentsorgung ist daher unzulässig, am günstigsten ist die natürliche Versickerung auf unversiegelten Flächen.

Sammelgrube

Sammelgruben dienten über Generationen hinweg zur Aufnahme von Schmutzwasser und Fäkalien auf dem Grundstück. Dabei wurde meist hingenommen oder sogar angestrebt, dass die flüssigen Bestandteile durch undichte Stellen versickerten, manche Gruben hatten dafür auch Abflüsse in Richtung einer Vorflut, sodass nur die festen Bestandteile periodisch entleert wurden. Heute dürfen bei der dezentralen Schmutzwasserentsorgung neben Kleinkläranlagen nur noch abflusslose und auf Dichtigkeit geprüfte Sammelgruben betrieben werden.

Schönungsteich

Schönungsteiche sind eine Art von Abwasserteichen und dienen der weitergehenden Reinigung biologisch gereinigten Abwassers vor der Einleitung in den Vorfluter. Sie verbessern nochmals die Ablaufwerte von Schwebestoffen, organischen Restbelastungen (BSB5, CSB), Stickstoff, Phosphor und Krankheitskeimen. Schönungsteiche kommen häufig bei Kleinkläranlagen, zumal Pflanzenkläranlagen zum Einsatz. Der Wartungsaufwand für Schönungsteiche ist sehr gering. Der Schlammanfall hängt in erster Linie von der Art und Leistung der vorgeschalteten Reinigungsstufen ab. Im allgemeinen ist der Schlammzuwachs jedoch so gering (wenige Zentimeter im Jahr), dass mit einer Räumung nur alle fünf bis zehn Jahre zu rechnen ist.

Wasserhärte

Die Wasserhärte gibt den Gehalt der im Wasser gelösten Erdalkali-Ionen (Calcium, Magnesium, Strontium und Barium) an, wobei die letzteren zwei Elemente nur sehr selten vorkommen.

Wasserschieber

Der Wasser- oder Absperrschieber ist eine Amatur, die gewöhnlich zum vollständigen Öffnen oder Schließen des gesamten Durchflussquerschnitts eines Rohres genutzt wird. Ein geschlossener Schieber kann beispielsweise Wartungsarbeiten an nachfolgenden Amaturen ermöglichen. Hergestellt werden Schieber zumeist aus duktilem (dehnbaren) Gusseisen.

Zementfraß

Der Fachmann spricht von Zementfraß, wenn bei einem Faulungsprozess Schwefelwasserstoff (H2S) entsteht, der sich mit dem in den Beton-/Zementleitungen befindlichen Wasser verbindet. Die dabei entstehende schweflige Säure H2SO3 greift den Beton an. Den Prozess kann man durch gute Be- bzw. Entlüftung eindämmen.

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