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Vor WAV-Gründung (um 1900–1991)

Vor WAV-Gründung (um 1900–1991)

In Rathenow beginnt die Geschichte der leitungsgebundenen Trinkwasserversorgung mit dem Start ins 20. Jahrhundert.

 

Der damalige Bürgermeister Lange beauftragt die Berliner Ingenieurfirma Smreker mit der Durchführung von Bohrungen des Grundwassers, Planung und Bauaufsicht – für 30.000 Mark. Dank einer genehmigten Anleihe über 675.000 Mark können Aufträge an Handwerk und Gewerbe vergeben werden. Untersuchungen zeigen später: Es wird vorschriftsmäßig und mit einwandfreiem Material gebaut. 1902 geht die erste Wasserleitung – für wenige Monate sogar kostenlos! – in Betrieb. Die Bürger freuen sich genauso über die parallel verlegte Stadtentwässerung. Um rund 6.600 Kubikmeter Trinkwasser zu fördern, sind mehr als 4.000 Kilogramm Kohle nötig. Denn die Pumpwerke werden mit Dampfmaschinen betrieben. Bis 1928 stieg die monatliche Wasserförderung bereits auf 64.520 Kubikmeter. Das erfordert eine Verbund-Dampfmaschine, neue Brunnen und mehr Leitungen. Nach den Kriegs- und Mangeljahren beginnt das Zeitalter elektrisch betriebener Pumpen. Das Rathenower Wasserwerk arbeitet zuverlässig. Es muss erst in den 1960er Jahren modernisiert und den steigenden Ansprüchen angepasst werden. Eine enorm große Menge Trinkwasser geht in die Liegenschaften der sowjetischen Armee: teilweise bis zu 12.000 Kubikmeter täglich. Nach deren Abzug bricht der Absatz erheblich ein.

 

Des Weiteren begann in Rathenow eine wichtige Entwicklung, die bis heute unseren Alltag prägt: Die ersten unterirdischen Abwasserleitungen aus Tonrohren wurden verlegt. 

 

Erste Kanalabschnitte entstanden unter anderem in der Jerderitzer Straße und in der Großen Burgstraße.

Schon damals sorgten speziell angelegte Sink- und Reinigungsschächte mit abgesenkter Sohle dafür, dass feste Bestandteile grob aus dem Abwasser zurückgehalten wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand in Rathenow an dem heutigen Standort in der Rhinower Landstraße die erste fünfstufige mechanische Kläranlage.

Sie markierte einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Abwasserentsorgung. Die damals in Betrieb genommene Kläranlage entsprach dem technischen Standard ihrer Zeit, erreichte aus heutiger Sicht jedoch nur eine geringe Reinigungsleistung. Sie war für vergleichsweise kleine Abwassermengen (maximal 240 Kubikmeter Abwasser pro Stunde) ausgelegt und blieb über viele Jahrzehnte hinweg in Betrieb. Mit dem stetigen Bevölkerungswachstum stieß die Anlage jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Als Reaktion darauf wurde eine neue, ebenfalls rein mechanisch arbeitende, aber deutlich leistungsfähigere Kläranlage errichtet.

Diese konnte wesentlich größere Abwassermengen (580 Kubikmeter pro Stunde) bewältigen.


 

Entwicklung des WAV (1991–2013)

Entwicklung des WAV (1991–2013)

1991

Am 1. Mai gründet sich der WAV Rathenow als einer der ersten Verbände im Land Brandenburg. Leitung: Jürgen Wandke / Jürgen Altmann. Bei Gründung hatten 45 von 47 Gemeinden des heutigen Verbandsgebietes keine öffentliche Abwasserentsorgung, 25 keine zentrale Trinkwasserversorgung.

1991–1993

Schaffung der kommunalrechtlichen Grundlagen sowie Investitionen in Verbandsleitenden, in denen noch keine zentrale Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung vorhanden ist. Inbetriebnahme der Kläranlage Hohenauen.

1994

Versorgungsgebiet in den Städten und Gemeinden, die bisher durch Anlagen der Potsdamer Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (PWA) ver- und entsorgt wurden. Alle PWA-Anlagen und -Mitarbeiter werden beim WAV eingegliedert.

1994

Das Logo des WAV Rathenow wird entworfen. Es zeigt das Zusammenspiel von Trink- und Grauwasser und prägte über drei Jahrzehnte hinweg das Erscheinungsbild des Verbandes. Das Siegel wird noch heute verwendet.

1996

Als letzte Gemeinde wird Nitzahn mit dem Ortsteil Knoblauch an das öffentliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen.

2000–2002

Die Kläranlage Rathenow-Nord wird für 17 Mio. Euro rekonstruiert und erweitert. Sie kann nun dank neuer Technik Abwässer von 40.000 Einwohnern aufnehmen und behandeln.

2003

Ganze 5,7 Mio. Euro investiert der WAV: Alte Trinkwasserleitungen werden durch neue ersetzt, mehrere Straßenzüge an das Abwassernetz angeschlossen, am Pumpwerk Strodehne wird ein Speicherbehälter errichtet.

2004

Der WAV zieht an den Standort Heidefeld 10 in Rathenow, legt gleichzeitig Betriebsstrukturen zusammen, was Kosten spart und damit Entgelte und Gebühren stabil hält.

2002–2007

Zahlreiche Straßenzüge in Rathenow-West werden an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, parallel zum Ausbau der B 102 neue Trinkwasser- und Abwasserleitungen verlegt.

2008–2012

Die Übergangskläranlagen Bützow und Hohennauen werden stillgelegt, anfallende Abwässer aus dem Einzugsgebiet auf die Kläranlage Rathenow-Nord übergeleitet.

2011

Grundstücke in Rathenow-Nord erhalten erstmalig einen Anschluss an die zentrale öffentliche Schmutzwasserkanalisation.

2008–2013

Die Wasserwerke Steckelsdorf, Semlin und Liepe werden stillgelegt, die verbleibenden sechs Wasserwerke Rathenow, Premnitz, Rhinow, Nennhausen, Buschow und Linde modernisiert.


 

Entwicklung des WAV (2014–2026)

Entwicklung des WAV (2014–2026)

2013 – 2014

Der WAV nutzt die Straßenbauarbeiten in Vorbereitung auf die BUGA, um für 2 Mio. Euro im Innenstadtbereich neue Leitungen zu verlegen. Bei den Bauarbeiten wird ein geheimnisvoller Friedhof entdeckt.

2014

Zahlreiche Trinkwasserleitungen und Schmutzwasserkanäle werden erneuert, das Bauwerk im Wasserwerk Premnitz saniert, ein neuer Brunnen am Wasserwerk Buschow abgeteuft.

2015

Um eine Gebührenanstieg für Kunden so gering wie möglich zu halten, wird nach europaweiter Ausschreibung ein neues Unternehmen für die mobile Fäkalienentsorgung beauftragt – fortan werden die jährlich 300.000 m³ Fäkalien zu günstigeren Konditionen entsorgt.

2015

Der WAV investiert 2,5 Mio. Euro in den weiteren Ausbau und die Erhaltung seiner Anlagen und Leitungen: Unter anderem werden neue Abwasserleitungen von Nennhausen zum Klärwerk Rathenow fertiggestellt.

2016 – 2017

Der WAV feiert am 1. Mai sein 25-jähriges Jubiläum. Die neue BILY-Software wird 2017 beim WAV eingeführt, die gesamte Datenbasis bei Abrechnungsprozessen vereinheitlicht und die Kommunikation zwischen Kunden und Verband vereinfacht.

2018

Der WAV investiert im Bereich Trinkwasser 1,1 Mio. Euro (z. B. Sanierung der Schieberkammer am Hochbehälter Rhinow und Erneuerung der Versorgungsleitungen in Rathenow und Premnitz) und im Bereich Abwasser 1,9 Mio. Euro (z. B. Schlammentwässerung).

2019

Für rund 4 Mio. Euro werden Trinkwasserleitungen und Schmutzwasserkanäle erneuert, und die Sanierung des Wasserbehälters im Wasserwerk Buschow begann.

2020

Seit dem 5. Februar 2020 werden alle Abnehmer in den Orten Bahnitz und Mötzlhitz mit dem verbandseigenen Wasser aus dem Wasserwerk Premnitz versorgt.

2020 – 2021

Neben der zuverlässigen Aufgabenerfüllung während der Corona-Pandemie wurde eine moderne Rechenanlage gebaut.

2022

Modernisierung der mechanischen Vorreinigung auf der Kläranlage Rathenow.

2023

Die WASSERZEITUNG erscheint erstmalig digital. Verbesserung der Kundenbetreuung durch Einrichtung des Empfangs im WAV-Gebäude. Unterstützung für einen Trinkwasserspender in Rathenower Schule. Große Novellierung der WAV-Satzung.

2024

Errichtung einer Photovoltaikanlage auf der Kläranlage Rathenow (339 kWp). Der Ausbau erneuerbarer Energien wird durch weitere Photovoltaikanlagen konsequent fortgeführt. Darüber hinaus erfolgt ein Tauchereinsatz auf der Kläranlage zur Kontrolle von Becken und Anlagen.

2025

Mit der Neugestaltung des Logos setzt der WAV Rathenow auf ein moderneres, klares Design. Die blaue und grüne Welle stehen bewusst für Trinkwasser und Abwasser und sorgen für eine eindeutige, leicht verständliche Zuordnung – klar, zeitgemäß und zukunftsorientiert.

2025

Auf der Kläranlage Rathenow wird ein Zulaufspeicher mit einem Investitionsvolumen von rund 1 Mio. Euro errichtet. Zugleich wird der Neubau des Wasserwerkes Premnitz auf den Weg gebracht und erste digitale Wasserzähler und Leckortungen gehen in die Testphase. Der WAV setzt außerdem seinen Fuhrpark auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung um, alte Verbrenner werden teilweise durch vollelektrische Antriebe ersetzt.

2026

Mit der Übernahme eines Dienstleisters wird ein zusätzlicher Standort für die mobile Entsorgung erreicht (Arendsee), um künftig 90 % in eigener Verantwortung durchzuführen. Ausbau digitaler Angebote, darunter Chatbots im Kundenservice zur schnellen Beantwortung von Anfragen auf den Internetseiten.

Zukunft

Mit kontinuierlichen Investitionen in moderne Infrastruktur, Digitalisierung und erneuerbare Energien stellt der WAV eine sichere Versorgung sowie nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz langfristig sicher.